Die Mispel – eine fast vergessene Frucht!

Die Mispel (Mespilus germanica), die vermutlich aus Asien stammt, war schon im Mittelalter ein beliebtes Obstgehölz, heute kennt man sie jedoch kaum noch.

Prächtiger Wuchs – heilende Wirkung

Die Mispel, engl. Medlar, gehört zu den Kernöbstgewächsen, der Familie Rosaceae (Rosensgewäschse).  Der strauchartige Baum wird bis zu sechs Meter hoch und entwickelt im Alter eine weit ausladende Krone. Er gedeiht am besten in warmen und trockenen Gegenden. Sein Holz ist sehr hart und die Jahresrinde sind bei dem geschlagenen Gehölz sehr gut erkennbar. Ihre Blätter werden bis zu 15 Zentimeter lang und sind auf der Unterseite leicht behaart. Der krumme Stamm und die breite Krone lassen ihn fast bizarr wirken. Die Jungtriebe sind pelzig und mit Dornen durchsetzt. Zwischen Mai und Juni überrascht der Baum jedoch mit einer cremefarbenen apfelähnliche Blütenpracht. Einzelne Blüten erreichen eine Größe von bis zu 5 cm. Sie sind wegen der späten Blütezeit kaum spätfrostgefährdet.

Auch Hildegard von Bingen erkannte die positiven Eigenschaften der Mispel und empfahl den Verzehr zur Blutreinigung und Stärkung: „Die Früchte des Mispelbaumes sind nützlich und gut für gesunde und kranke Menschen, wie viel man auch davon isst. Sie reinigen das Blut und lassen das Gewebe wachsen.“

Wegen des hohen Gehaltes an Gerbstoffen ist die Mispel sehr harntreibend und verdauungsfördernd. Besonders hervorzuheben ist ihre heilende Wirkung auf den Darm. Der Verzehr wirkt auf natürliche Weise gegen Entzündungen des Darmtraktes. In Russland wird die Mispel daher noch heute zur Therapie des Morbus Crohn, einer chronisch-entzündlichen Darmerkrankung, eingesetzt. Darüber hinaus ist die Mispel sehr Vitamin-C-haltig und auch das altbekannt gesunde Pektin ist vorhanden.

Säuerlich-schmackhafte Vitaminbomben

Gegen Ende Oktober/Anfang November werden die Früchte reif. Ihre raue Schale färbt sich gelb- bis orangebraun. Zu diesem Zeitpunkt sind die Früchte allerdings noch steinhart und schmecken sehr herb. Erst durch Frosteinwirkung wird das Fruchtfleisch weich und angenehm säuerlich. Handelt es sich um wilde Mispeln, reichen kurze und milde Nachtfröste (ca. -3 °C) nicht aus. Wer nicht warten will, kann die Früchte trotzdem pflücken, für etwa vier Stunden in das Gefrierfach (-18 °C) legen und dann wieder auftauen lassen. Den meisten Kultursorten genügt auch weniger strenger Frost. Wie in alten Zeiten werden Mispeln auch heute wieder gerne zu Marmeladen und Gelees verarbeitet.

Wie kann man Mispeln essen?

Die Früchte der Mispel sind sehr säuerlich. Je länger man sie jedoch lagert werden, umso mürber und milder wird das Fruchtfleisch. Wer in den gesunden Genuss kommen möchte, findet sie in unserem Online Shop als Mispel Vollfruchtsaft oder Mispel-Konfitüre !